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Koch-Mehrin: Westerwelle setzt Zeichen für ein aufgeklärtes Europa

Silvana Koch-Mehrin
Silvana Koch-Mehrin
Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Silvana Koch-Mehrin (FDP), hat von Andrea Nahles eine Entschuldigung verlangt. Die SPD-Generalsekretärin hatte kritisiert, dass Außenminister Guido Westerwelle (FDP) seinen Lebensgefährten Michael Mronz auf Auslandsreisen mitnimmt. Nahles bediene die "niedersten Vorurteile gegen Schwule", sagte Koch-Mehrin. Westerwelle dagegen setze ein Zeichen für ein aufgeklärtes Europa.

Gabriel macht vergiftete Propagandapolitik

Die SPD-Generalsekretärin hatte sich öffentlich über die Begleitung Westerwelles verwundert gezeigt. Nahles unterstellte dem Unternehmer Michael Mronz, die Auslandsreisen für eigene Geschäftsanbahnungen zu nutzen. Westerwelle und Mronz wiesen die Vorhaltungen entschieden zurück. Mronz erklärte, er sei in Südamerika in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" unterwegs. Die Reisekosten trage er selber.

Koch-Mehrin zeigte sich im "Hamburger Abendblatt" über die Äußerungen von Nahles empört. "Anstatt zu begrüßen, dass Bundesaußenminister Guido Westerwelle seinen Lebensgefährten mitnimmt und so ein grandioses Zeichen für ein aufgeklärtes Europa setzt, bedient sie die niedersten Vorurteile gegen Schwule. Ich hoffe, dass dieses Maß an Intoleranz in der Partei, die früher einmal für Emanzipation gestanden hat, eine Einzelmeinung ist. Kein Hahn würde danach krähen, wenn Westerwelle verheiratet wäre und seine Frau mitgenommen hätte", so die Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament.

Als FDP-Politikerin wie als Vorsitzende der Arbeitsgruppe des Präsidiums für Chancengleichheit im Europäischen Parlament bekämpfe Koch-Mehrin "offene wie versteckte Homophobie". Die Liberale will die Äußerungen nicht auf sich beruhen lassen. "Wenn Frau Nahles noch einen Funken Anstand hat, muss sie sich bei Guido Westerwelle und Michael Mronz für diese niederträchtige Attacke entschuldigen.“

Lindner: So wird Politikverdrossenheit geschürt

Auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner reagierte harsch. "Es ist ein Tiefpunkt der politischen Kultur, wenn Frau Nahles ohne jeden Beweis Michael Mronz unterstellt, er würde geschäftliche Vorteile aus der Begleitung seines Lebenspartners Guido Westerwelle auf Auslandsreisen ziehen". Das vergifte die Atmosphäre zwischen SPD und FDP, die sich bei aller politischen Konkurrenz eigentlich fair und sachbezogen begegnen sollten. "So wird Politikverdrossenheit geschürt", erklärte Lindner.

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