FDP Bundespartei - Liberta, Auszeichnung, Bürgerinnenpreis, Frauen, Engagement, Ehrenamt, Preisverleihung

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Liberta: Bürgerinnenpreis für Ulrike Detmers

[Die Preisträgerinnen, die Laudatoren und die Schirmherrin]
Die Preisträgerinnen, die Laudatoren und die Schirmherrin
(13.11.2008) Bereits zum zweiten Mal wurde im Berliner Museum für Kommunikation der "Bürgerinnenpreis Liberta" verliehen. Genau 90 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland. Ein Datum, auf das die Initiatorin des Preises für "Engagement und Ehrenamt", Cornelia Pieper, gerne verwies. Steht es doch symbolisch für die Bedeutung der Liberta 2008 - dem Signal, dass "unsere Bürgergesellschaft starke Frauen braucht". Es war dann an Schirmherrin Barbara Genscher, das Geheimnis zu lüften, wer von den sechs Nominierten den 16 Kilo schweren Preis mit nach Hause nimmt: Ulrike Detmers. "Sie tragen dazu bei, unsere Gesellschaft zu verbessern", lobte Genscher die Unternehmerin, Professorin und Kämpferin für die Chancengleichheit von Frauen. Der Preis für Detmers sei mehr eine Botschaft als als eine Ehrung. Er solle anderen "Mut machen, um mitzumachen." Der Ehrenpreis ging an die Dressurreiterin Ann Kathrin Linsenhoff, deren Laudatio hielt FDP-Partei-und Fraktionschef Guido Westerwelle.

[Cornelia Pieper begrüßte Barbara Genscher, Ulrike Detmers und Guido Westerwelle]
Cornelia Pieper begrüßte Barbara Genscher, Ann Kathrin Linsenhoff und Guido Westerwelle
Der von Cornelia Pieper initiierte Preis für "Engagement und Ehrenamt" wurde in 2008 zum zweiten Mal verliehen. Mit der Auszeichnung sollen Frauen, die etwas Großartiges mit Vorbildcharakter für die Bürgergesellschaft geleistet haben, geehrt werden. Cornelia Pieper zeigte sich erfreut, Barbara Genscher als Schirmherrin gewonnen zu haben: "Eigentlich hätte sie den Preis selbst verdient durch ihr langjähriges Engagement bei der Deutschen Herzstiftung", erklärte Pieper mit Blick auf das Engagement von Barbara Genscher, die seit 1987 Schirmherrin der Deutschen Herzstiftung ist und für ihren Einsatz schon mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

[Barbara Genscher und Giorgia Tornow]
Barbara Genscher und Giorgia Tornow
Auch die Publizistin und Filmlobbyistin Georgia Tornow, die durch den Abend im Museum der Kommunikation führte, würdigte die Arbeit Barbara Genschers. Sie betonte zudem: "Die Zukunftsgesellschaft wird auch von Frauen bestimmt." Die Schirmherrin des Preises knüpfte daran an und dankte der stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Cornelia Pieper für ihr Engagement: "Jedes Feuer braucht den Funken, der es entfacht."

[Besuch aus der 'Lindenstraße']
Besuch aus der "Lindenstraße"
Sie hob hervor: "Bei all den Preisverleihungen, die es immer wieder gibt, erlebt man, dass doch eher bekannte Persönlichkeiten ausgezeichnet werden. Bei der Liberta werden auch Personen vorgeschlagen und ausgezeichnet, die aus Nischen kommen und von denen viele nicht wissen, wie sehr sie sich für unsere Gesellschaft engagieren". Sie sieht die Liberta auch als ein Signal und eine Botschaft. "Ein Preis, der Frauen würdigt, die sich unabhängig von Zwängen einbringen und die für sich selbst entscheiden, welche Stellung in der Gesellschaft sie einnehmen wollen", erklärte Barbara Genscher.

[Ein würdiger Rahmen: Das Museum der Kommunikation]
Ein würdiger Rahmen: Das Museum der Kommunikation
Mit Blick auf die sechs Nominierten mit den unterschiedlichsten Lebenswegen, die abbilden, welche Bandbreite das Engagement von Frauen hat, lobte sie: "Sie geben der Gesellschaft ihre innere Balance. Sie tragen dazu bei, diese Gesellschaft zu verbessern. Das ist unser 'Change' ".

[Roland Tichy]
Roland Tichy
Es war dann an Roland Tichy, Chefredakteur der "Wirtschaftswoche", die Laudatio auf die diesjährige Preisträgerin zu halten. Für ihn führt Ulrike Detmers ein Doppelleben. Im ersten Leben ist sie Professorin für Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Bielefeld mit Schwerpunkt Personal- und Organisationsmanagement. Im zweiten ist sie Mitinhaberin des Herstellers von Brotspezialitäten Mestemacher in Gütersloh.

[Ulrike Detmers freute sich über den Preis]
Ulrike Detmers freute sich über den Preis
Darüber hinaus habe sie aber auch noch ein politisches Leben, so Tichy. Denn obendrein kämpft Detmers für die Chancengleichheit der Geschlechter. Ihre Erfahrungen hätten dazu beigetragen, dass sie das Thema Gleichberechtigung vorantreibt. Sie schaffe als Unternehmerin auch Querverbindungen: Sie verleiht den "Mestemacher-Preis Unternehmerin des Jahres", den "Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres" und den "Mestemacher Kita-Preis", um Kindertagesstätten zu fördern. "Wir brauchen Vorbilder und noch mehr Vorbilder. Wir brauchen vor allem Sie", bedankte sich Tichy herzlich mit seiner launigen Rede bei Detmers für ihr Engagement.

[Ann Kathrin Linsenhoff erhielt den Ehrenpreis]
Ann Kathrin Linsenhoff erhielt den Ehrenpreis
Ulrike Detmers wiederum stieg mit ihrer Rede gleich in die Vollen: "Es muss im 21. Jahrhundert selbstverständlich sein, Managementpositionen auch mit Frauen zu besetzen", fordert sie. Heute verfügten mehr junge Frauen als Männer über einen höheren Schulabschluss: "Die europäische Elite wird weiblicher." Viele Vorstände seien aber leider "stockkonservativ" und behinderten mit ihrer "traditionellen Vorstellung von der Ehe" den Aufstieg von Frauen. Sie verfolge die Vision einer Emanzipation der Männer. Will heißen: Männer sollten die Karriere mit ihrer Rolle als Väter in Einklang bringen.

Sie beklagte den "Stau" bei der Väter-Teilzeit. Nach wie vor arbeiten Männer eher mehr als weniger, wenn sie Vater werden. Es sei aber auch nicht einzusehen, dass Frauen im Durchschnitt pro Stunde rund 25 Prozent weniger als Männer verdienen. Detmers versprach: "Ich werde weiter an der Verwirklichung meiner Vision von der Emanzipation der Männer arbeiten."

[Guido Westerwelle hielt die Laudatio]
Guido Westerwelle hielt die Laudatio
Für die Gleichberechtigung von Frauen kämpft auch die Dressurreiterin Ann Kathrin Linsenhoff. Die stellvertretende Vorsitzende von UNICEF Deutschland wurde mit dem diesjährigen Ehrenpreis ausgezeichnet. FDP-Partei- und Fraktionschef Guido Westerwelle hob in seiner Laudatio hervor, dass die Olympiasiegerin unter dem Dach von UNICEF eine eigene mit 500.000 Euro dotierte Stiftung gegründet habe. Drei ihrer Spitzenpferde tragen seither den Beinamen UNICEF. Alle Preis- und Sponsorengelder dieser Pferde kommen direkt dem Kinderhilfswerk zugute. Westerwelle lobte die "Ausnahmesportlerin" für ihre "Standhaftigkeit und Beharrlichkeit". Sie habe sich um das Gemeinwesen verdient gemacht.

[Engagiert: Marie-Luise Marjan]
Engagiert: Marie-Luise Marjan
Linsenhoff äußerte die Überzeugung, dass "jeder die Möglichkeit hat, etwas zu tun. Dazu brauche man kein Geld, es reiche schon, wenn man seine Zeit investiert. Sie dankte in diesem Zusammenhang auch dem Jury-Mitglied Marie-Luise Marjan, einer "Liberta"-Botschfterin, für ihr Engagement bei dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF und bei PLAN International.

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